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  • simonwalter2000

Vorfreude, Ärger und Zufriedenheit - alle Gefühlslagen in 36h in Nals


Letzten Freitagmorgen brachen wir voller Vorfreude und bei bestem Wetter auf Richtung Osten, der aufgehenden Sonne entgegen. Ziel der Reise war das kleine Dorf Nals im Südtirol. Das zweite Rennwochenende in der hoffentlich letzten Rennsaison unter besonderen Bedingungen war also bestens gestartet. Die Unterkunft (Residence Egger Terlan), welche keine Wünsche offen liess, erreichten wir um den Mittag.

Am Nachmittag fuhren wir direkt vom Hotel mit dem Bike auf die andere Talseite zur Rennstrecke. Die Streckenbesichtigung war fast wie gewohnt, einzig die teilweise sehr trockene Erde (war wie Sand) war etwas ungewöhnlich und erinnerte mehr an ein Quer-Rennen. Die vielen Aufstiege liegen uns beiden sehr, daher rechneten wir uns fürs Rennen einiges aus und freuten uns umso mehr auf das Rennen am Samstag.

Als wir unsere Startnummern bekamen, was aufgrund des hochkarätigen Teilnehmerfeldes (Welt-Cup würdig) und der verschärften Sicherheitsmassnahmen fast zwei Stunden dauerte, war die Vorfreude jedoch fast weg und wir waren fassungslos.

In der Elite-Kategorie fuhren auch die U23-Fahrer. Somit waren ca. 235 Athleten gemeldet.

Andrin hatte die Startnummer 210 und ich musste mit der Startnummer 225 ins Rennen.

Wir konnten und wollten nicht glauben, dass wir so weit hinten starten mussten.

Nachforschungen bei der UCI ergaben, dass die Startplätze unter den Fahrern ohne UCI Punkte ausgelost wurden. Somit war nichts mehr zu machen und wir mussten uns mit der Situation arrangieren.


Unsere gute Form und die akribische Rennvorbereitung ergänzten wir also noch mit dem mental gesetzten Blinker, bereit am nächsten Tag duzende von Fahrern zu überholen, welche mehr Losglück, jedoch weniger starke Beine hatten. In der kurzen Startrunde wurde es auf vielen Streckenabschnitten so eng, dass ein Überholen nicht möglich war. In diesem Durcheinander von Fahrern und Bikes war an Fahren nicht zu denken, es war also Bike and Hike angesagt. Der Zeitverlust auf die Spitze war bei der ersten Durchfahrt von Start und Ziel schon auf 6min angewachsen. Sobald wir die sandige Strecke unter die Räder nehmen konnten, kämpften wir gegen die Überrundung. Die Spitze benötigte ca. 12min pro Runde. Wir pflügten uns erfolgreich durchs Fahrerfeld und konnten unsere angestaute Energie in die vielen Aufstiege investieren. Fortuna, welche uns bei der Auslosung noch im Stich gelassen hat, begleitete uns nun auf unserer wilden Fahrt durch Obstplantagen und über Felsblöcke und wir hatten keine technischen Defekte zu beklagen, die uns ausbremsten.


Andrin konnte rund 70 und ich selber über 120 Fahrer überholen. Wir erreichten die Schlussränge 142 und 101 bei der Elitekategorie. Diese Platzierung entspricht überhaupt nicht unseren Erwartungen. Durch die schwierigen Startplätze und den grossen Stau zu Beginn des Rennens war nicht mehr möglich und wir konnten uns mit dem Rennen versöhnen.


Auf dem Nachhausweg haben wir das Rennen bereits hinter uns gelassen, den Fokus auf die Erholung und die Vorbereitung auf nächstes Wochenende gelegt. Am Sonntag, 18. April werden wir in Haiming (Österreich) an den Start gehen. Voraussichtlich wird die U23-Kategorie ein separates Rennen bestreiten. Das Ziel ist bereits jetzt klar: UCI-Punkte müssen her, damit wir nicht mehr dem Losglück ausgeliefert sind.




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